LUDWIG-GEISSLER-SCHULE
Gewerblich-technische berufsbildende Schule der Stadt Hanau und des Main-Kinzig-Kreises - Selbstständige Berufliche Schule (SBS)

Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA)

Zielgruppe / AufnahmeZiele / Unterrichtsorganisation / Arbeitstechnische Lernbereiche / Stufe I / Versetzungskriterien / Stufe II / Bildungsberatung

Die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BzB) werden ab dem kommenden Schuljahr 2017/18 als Pilotprojekt unter der Bezeichnung Berufsschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) weitergeführt.

Zielgruppe

Zielgruppe für die „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ sind Schülerinnen und Schüler mit und ohne Hauptschulabschluss, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Dies kann einerseits darauf zurückzuführen sein, dass sie noch keine ausreichende Orientierung  haben,  welchen  beruflichen  Werdegang  sie anstreben wollen, oder weil von ihnen zunächst noch eine weitere Entwicklung ihrer Leistungen in den allgemeinbildenden Kernfächern (vor allem Deutsch, Mathematik) oder in ihren sozialen Kompetenzen vor Antritt einer Ausbildung erwartet wird. Andererseits kann der Grund darin liegen, dass sie wegen eines Missverhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt noch keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden haben; diese Jugendlichen sollen bereits nach der 10. Klasse erfolgreich zu einer Berufsausbildung geführt werden.

Aufnahmebedingungen

In die „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ an der Ludwig-Geißler-Schule können Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, die …

  • einen Hauptschulabschluss haben,
  • die keinen Schulabschluss besitzen,
  • die das 18. Lebensjahr bei Schuljahresbeginn (01. August) noch nicht vollendet haben,
  • noch keine zweijährige Berufsfachschule in einer anderen Fachrichtung mehr als ein Jahr besucht und noch keine duale Berufsausbildung absolviert haben.

Die Anmeldungen mit Anmeldeformular müssen der Ludwig-Geißler-Schule bis zum 31. März eines Jahres vorliegen.

Ziele

Ziel der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ ist es, Schülerinnen und Schüler, die sich im Übergang Schule – Beruf befinden, optimal zu begleiten und individuell zu unterstützen. Dabei sollen insbesondere die persönlichen und sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler der Stufe 1 gefördert werden, eine umfangreiche Berufsorientierung, verbunden mit betrieblichen Phasen, sowie eine gezielte individuelle Förderung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch erfolgen. Der Erwerb weiterführender Schulabschlüsse (Hauptschulabschluss, mittlerer Abschluss) ist möglich, zudem besteht die Möglichkeit, vorausgreifende Kompetenzen in dem für den mittleren Abschluss obligatorischen Fach Englisch zu erwerben; im Zusammenhang mit dem Abschluss einer dualen Berufsausbildung kann ausbildungsbegleitend der mittlere Abschluss zuerkannt werden. Somit soll es das primäre Ziel sein, die Schülerinnen und Schüler bereits nach einem Jahr, also nach der ersten Stufe der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“, erfolgreich in ein Ausbildungsverhältnis zu vermitteln.

Unterrichtsorganisation

Die Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung gliedert sich in zwei Stufen, die jeweils ein Schuljahr umfassen.

Stufe I verbindet eine berufsorientierende Grundbildung innerhalb der Fachrichtung Technik mit einer Förderung der Ausbildungsreife. Die Schülerinnen und Schüler werden dafür in verschiedenen technischen Fächern auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet. In den allgemeinbildenden Fächern werden sie in kleinen, leistungsdifferenzierten Lerngruppen in ihrem individuellen Kompetenzerwerb unterstützt; darüber hinaus gibt es vielfältige unterrichtliche Angebote zum Thema „Bewerbung und Ausbildung”.

Die Schülerinnen und Schüler, die nach der Stufe I in eine duale Ausbildung eintreten, erhalten nach erfolgreichem Bestehen der Stufe I ein Abschlusszeugnis. Der mittlere Bildungsabschluss kann ausbildungsbegleitend erworben werden. Der Besuch der Stufe 2 und somit das Erlangen des mittleren Bildungsabschlusses in der Berufsfachschule ist nicht mehr notwendig.

Schülerinnen und Schüler, die in die Stufe II versetzt werden, streben den mittleren Bildungsabschluss an. Zusätzlich erwerben sie in einem technischen Schwerpunkt  berufliche Grundqualifikationen.

Arbeitstechnische Lernbereiche

Ein zentraler Bestandteil der 1. Stufe der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung “ ist es, Schülerinnen und Schülern ein möglichst breites Spektrum an Ausbildungsberufen vorzustellen. Um dies zu gewährleisten, bietet die Ludwig-Geißler-Schule sieben unterschiedliche Technik-Fächer aus den folgenden vier Bereichen an:

  • Metalltechnik
  • Holztechnik
  • Elektrotechnik
  • Chemietechnik

Stufe I

In der 1. Stufe der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ werden 30 Wochenstunden an 5 Tagen Unterricht erteilt.

Zum Stundenplan gehören die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Sport mit einem Umfang von je 3 Stunden sowie Religion und Politik & Wirtschaft mit je 1 Stunde.

Der berufsorientierte, arbeitstechnische Lernbereich wird an zwei Tagen (insgesamt 14 Stunden) in Theorie und Praxis unterrichtet. Hierbei durchlaufen die Schülerinnen und Schüler alle an der Ludwig-Geißler-Schule angebotenen Schwerpunkte über einen bestimmten Zeitraum, so dass sie möglichst viele Einblicke in die berufliche Vielfalt erhalten können.

Zwei Betriebspraktika von je 2 Wochen sind verpflichtender Bestandteil des arbeitstechnischen Lernbereichs. Zusätzlich werden die Schülerinnen und Schüler in 4 Profilgruppenstunden wöchentlich umfassend beraten und u.a. bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützt.

Versetzungskriterien von Stufe I zu Stufe II

Falls Schülerinnen und Schüler nicht bereits nach der 1. Stufe der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ erfolgreich in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt wurden, da für deren Berufswunsch ein mittlerer Bildungsabschluss nötig ist, besteht an der Ludwig-Geißler-Schule die Möglichkeit, diesen in der 2. Stufe der Schulform zu absolvieren. Um eine Versetzung in diese zu erlangen, müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

  • In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch muss ein Notendurchschnitt von 3,0 erlangt werden.
  • Die überfachliche Kompetenzmatrix, welche die früher als Kopfnoten bezeichneten Kompetenzen Arbeits- und Sozialverhalten wesentlich genauer abbildetet, muss im Durchschnitt mindestens die Kompetenzstufe 3 von 4 nachweisen.
  • Die Fachkompetenzraster, die für jede Schülerin und jeden Schüler nach der Rotationsphase von den Fachlehrern für den arbeitstechnischen Lernbereich  ausgefüllt werden, müssen ebenfalls mindestens die Kompetenzstufe 3 von 4 aufzeigen.

Stufe II

In der 2. Stufe der „Berufsfachschule zum Übergang“ in Ausbildung werden 30 Wochenstunden an 5 Tagen erteilt.

Zum Stundenplan gehören die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik mit einem Umfang von je 6 Stunden, Naturwissenschaften und Sport mit je 2 Stunden sowie Religion und Politik & Wirtschaft mit je 1 Stunde.

Der arbeitstechnische Lernbereich wird in einem gewählten Schwerpunkt an einem Tag (8 Stunden) in Theorie und Praxis unterrichtet.

Bildungsberatung

Die Beratungsangebote an der Ludwig-Geißler-Schule sind äußerst vielfältig:

  • Die Profilgruppenlehrer beraten die Schülerinnen und Schüler im Profilgruppenunterricht bzgl. Praktika, Ausbildungsplatzsuche, Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, weitere Schullaufbahn.
  • Eine Sozialpädagogin und Berufswegeplanerin unterstützt hierbei und kümmert sich verstärkt um Schülerinnen und Schüler, die die 2. Stufe der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ besuchen, zusätzlich gibt sie auch Hilfestellungen für Schülerinnen und Schüler der Stufe 1.
  • Die Bundesagentur für Arbeit hat in ihrer Niederlassung in den Räumlichkeiten der Ludwig-Geißler-Schule ebenfalls die Möglichkeit, die Profilgruppenlehrer in ihrer Arbeit zu unterstützen, zusätzlich verfügen sie über weitreichende Kontakte und runden das Angebot zur weiteren Laufbahn einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers an der Schule ab.

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